Herzinfarkt

Das menschliche Herz wird von drei großen Blutgefäßen, auch Herzkranzgefäße genannt, mit Sauerstoff und Blut versorgt. Sobald ein Blutgerinnsel nun eines dieser Gefäße verstopft, hat das Blut keine Möglichkeit mehr, ungehindert hindurch zu fließen. Es gelangen dann auch nicht mehr ausreichend Nährstoffe und Sauerstoff zum Herzen. Es bleibt nun nur wenig Zeit, um das Blutgefäß wieder durchgängig zu machen, da ansonsten ein Teil des Herzmuskels abstirbt.

Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in den Industrieländern, in Deutschland sind jedes Jahr mehr als 500.000 Menschen davon betroffen. Nicht immer endet ein Herzinfarkt tödlich, doch in fast 50 Prozent der Fälle stirbt der Patient innerhalb der folgenden vier Wochen.

Der Herzinfarkt wird meistens durch eine koronare Herzerkrankung ausgelöst, die wiederum verschiedene Ursachen haben kann. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem das Rauchen, mangelnde Bewegung, ein hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht. Auch ein Blutgerinnsel, das in die Herzkranzgefäße verschleppt wird, kann zu einem Verschluss der Arterien, und somit zu einem Herzinfarkt führen. In wenigen Fällen geht dem Herzinfarkt ein entzündetes Herzkranzgefäß voraus.

Die Verkalkung der Arterien nimmt bei den meisten Menschen im Laufe des Lebens zu, vor allem wenn sie zuviel Fett zu sich nehmen oder rauchen. Irgendwann sind die Gefäße so stark verengt, dass das Blut nicht mehr richtig zirkulieren kann. Bei den Risikofaktoren spielt auch eine genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle, denn in vielen Familien kommen gehäuft Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Ein Herzinfarkt muss sich nicht zwangsläufig ankündigen, so erleiden bis zu 20 Prozent der Patienten einen so genannten „stummen Infarkt“, der häufig erst später bei einer Röntgenuntersuchung festgestellt wird. Bei 30 bis 50 Prozent der Betroffenen kommt es spontan zu einem Herzinfarkt, ohne dass zuvor Symptome darauf hingedeutet haben. Symptome können ein Enge- oder Beklemmungsgefühl, Schmerzen im linken Brustbereich und/oder im linken Arm, starker Schwindel oder schwere Atemnot sein.