Verlust der Mobilität - Immobilität

Viele ältere Patienten werden im Laufe verschiedener Erkrankungen und des natürlichen Alterungsprozesses immobil. Dies bedeutet dass die Erkrankten so unbeweglich werden, dass sie hauptsächlich ans Bett gebunden sind. Immobilität hat ihre Ursache in einer Bewegungseinschränkung oder Behinderung. Sie ist für die Betroffenen nicht nur eine enorme psychische Belastung sondern kann zudem unterschiedliche Folgeerkrankungen hervorrufen.

Bei älteren Menschen führt oft eine Osteoporose und die damit verbundenen Schmerzen und Steifheitsgefühle zu einer Immobilität. Auch unterschiedliche Arthritis-Erkrankungen, Hüftfrakturen und deren Folgen führen zu einer dauernden Bettlägerigkeit. In der weiteren Folge können Depressionen und Appetitlosikeit auftreten, die das Krankheitsbild weiter verschlimmern.

Dauert die körperliche Inaktivität über längere Zeit an wirkt sich dies auf alle Organe des menschlichen Körpers negativ aus. Dies kann zu verlängerten Rekonvaleszenszeiten führen oder aber auch zu dauerhaften Behinderungen.
Vor allem die Haut leidet unter der mangelnden Beweglichkeit und reagiert häufig mit Druckstellen (Dekubitus). Diese können sich öffnen und zu regelrechten Geschwüren auswachsen. Die Heilung eines Dekubitus ist sehr langwierig und kann nur durch sorgfältigste Hautpflege und regelmäßige Lagerungsmaßnahmen erreicht werden.
Das Risiko einer Thrombosenbildung steigt enorm an. Die Verringerung der Atmungsaktivität kann die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigen. Die Verdauung wird durch die mangelnde Bewegung ihre Aktivität einschränken. Häufig führt dies zu Verstopfung. Muskeln, Sehnen und Gelenke werden nicht mehr ausreichend gedehnt und durchblutet. Muskeln die nicht benutzt werden neigen dazu sich in kurzer Zeit zurück zu bilden. Für viele Patienten bedeutet eine lang andauernde Immobilität eine starke Verschiebung der Eigenwahrnehmung. Sie haben häufig Schwierigkeiten sich zu orientieren, die Konzentrationsfähigkeit nimmt rapide ab und der Schlaf-Wacht-Rhythmus kommt durcheinander.

Für die meisten immobilen Patienten ist eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht mehr möglich. Neben allen körperlichen Folgeerscheinungen hat so die Immobilität große psychische Folgen. Diese können sich individuell sehr unterschiedlich zeigen und von Wut bis zum vollständigen Rückzug reichen.

Die Behandlung besteht darin den Patienten innerhalb des möglichen Rahmen zu möglichst viel Mobilität zu verhelfen. Dies geschieht dadurch, dass die Restmobiltät der Betroffenen erhalten, gefordert und gefördert werden. Für die pflegenden Personen bedeutet dies sich genügend Zeit zur täglichen Pflege zu nehmen. Eine Behandlung durch einen Krankengymnasten kann helfen einen möglichen Muskelschwund und die Verkürzung von Sehnen zu verhindern, oder den Schaden möglichst gering zu halten.

Auf eine sorgfältige Körperpflege, Reinigung mit milden Waschlotionen, gründliches Abtrocknen und Auftragen von durchblutungsfördernden Lotionen hilft die Schutzfunktion der Haut möglichst intakt zu halten. Eine regelmäßige, fachgerechte Lagerung der immobilen Patienten trägt zum Wohlbefinden, zur Verhinderung von Druckstellen und zur Entlastung eines schon entstandener Dekubitus bei.